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Projektkonzept in der Stadterneuerung

Beteiligung der Akteursgruppen

Einführung

Hier soll gezeigt werden, wie die verschiedenen Akteure in den Planungsprozess einbezogen werden sollen (nähere Informationen zu Akteuren, Finanzierung und Organisation von Sanierungsprozessen werden hier am Beispiel des Kultur- und Bürgerhauses Marne aufgezeigt). Das es sich um unterschiedliche Akteure handelt, werden sie auch auf unterschiedliche Weise am Prozess beteiligt, deshalb sollen sie hier getrennt voneinander betrachtet werden.

Öffentliche Hand

Die Stadt, die im Besitz des Grundstückes ist, fungiert als Auftraggeber des Vorhabens und Initiator der Planungswerkstatt. Die Stadt möchte die Qualität des Quartiers steigern und sollte somit an einer Einbeziehung möglichst vieler Meinungen interessiert sein. So ist es durchaus vorstellbar, das die Stadt ein unabhängiges Planungsbüro damit beauftragt die Planungswerkstatt zu betreuen und durchzuführen. Die Stadt beauftragt darüber hinaus die Stadtplanungsbehörde sich an den Planungen mit eigenen Konzeptionsvorschlägen zu beteiligen. Die Stadt ist also sowohl Auftraggeber als auch Gestalter.

Mögliche Investoren / Wirtschaft

Akteure der Wirtschaft beteiligen sich am Gestaltungsprozess vor allem mit Blick auf die möglichen Gewinne, die mit dem Vorhaben erzielt werden können. Innerhalb möglicher Investoren gibt es bereits unterschiedliche Interessenlagen, die es zunächst auszuloten gilt. Hierzu werden verschiedene Vertreter der Wirtschaft zu einem Runden Tisch zusammen kommen um ihre verschiedenen Ansätze zu diskutieren. Ein Moderator des beauftragten Planungsbüro begleitet und leitet diesen Prozess. Im Idealfall soll sich hieraus ein möglichst einheitliches Konzept entwickeln, welches von der Allgemeinheit der verschiedenen möglichen Investoren unterstützt wird.

Anwohner

Die Anwohner haben, ebenso wie die Stadt, ein Interesse an der Aufwertung des Quartiers in dem sie leben. Sie wünschen sich vor allem Frei- und Grünraum, welcher in dem verdichteten Quartier nur sehr begrenzt zur Verfügung steht. Dieses Interesse ist mit den Vorstellungen der Investoren zu verknüpfen. Auch die Anwohner sollen im Rahmen eines Runden Tisches zusammen kommen und ihre Belange vorbringen. Auch diese regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen sollen von einem Moderator des Planungsbüros geleitet werden. Aus den gemeinsamen Belangen soll auch hier ein einheitliches Konzept entstehen.

Unabhängiges Planungsbüro

Die Mitarbeite des beauftragten Planungsbüro strukturieren den Prozess der Planungswerkstatt. Sie begleiten die Runden Tische der verschiedenen Akteursgruppen und sammeln Ideen um gemeinsam mit den Akteuren Konzepte zu erarbeiten. Bei öffentlichen Präsentation stellen sie die Ergebnisse der einzelnen Arbeitschritte vor und verhandeln Kompromisse zwischen den Akteursgruppen. Schließlich erarbeiten sie in Kooperation mit dem Grundstückseigentümer, in diesem Fall die öffentliche Hand, ein endgültiges Gesamtkonzept zur Konversion der Industriebrache.

Metaphorisches Logo eines fiktiven Stadterneuerungsprojektes

Arbeitsprozess der Planungswerkstatt

Einführung

Der Planungsprozess gliedert sich in drei große Schritte, die jeweils durch eine Präsentation abgeschlossen werden. Die nachfolgenden Schritte beziehen sich dann jeweils auf die Ergebnisse der vorangegangenen Präsentation und Diskussion.

Erster Schritt: Ideensammlung

Nach den Vorbereitungen des Planungsbüros werden nun sämtliche Akteure zum selben Zeitpunkt in die Planung eingebunden. Der Prozess der Planungswerkstatt wird initialisiert durch die, von Mitarbeiten des Planungsbüros organisierten, Runden Tische. Bei diesen Veranstaltungen, die in den Akteursgruppen getrennt durchgeführt werden soll jeder zu Wort kommen und seine Meinung kundtun können. So wird eine breite Basis für die Planung geschaffen. Bei regelmäßig stattfindenden Treffen werden die Gemeinsamkeiten rausgefiltert und die wichtigsten Belange zusammengestellt. In einer ersten öffentlichen Präsentation sollen die Ergebnisse der jeweiligen Parteien vorgestellt werden.

Zweiter Schritt: Kompromissfindung

Der ersten Präsentation folgt eine Phase der Ruhe und des Nachdenkens. Das Planungsbüro erarbeitet aus den gesammelten Informationen und Belangen mehrere Varianten für einen Kompromiss heraus. Stehen diese Kompromiss werden erneut regelmäßige Termine für offene Diskussionsrunden und eventuell für themenbezogene Foren festgelegt. Bei diesen Veranstaltungen stellen die Mitarbeiter des Planungsbüros die erarbeiteten Konzepte vor und diskutieren diese mit den Akteursgruppen. In themenbezogenen Foren könnten Feinheiten in den Konzepten zu besonders strittigen und interessanten Fragen erörtert werden. Auf diese Weise sollte es durch Vermittlung möglich sein die verschieden Interessenlagen näher zueinander zu bringen. Nach der Phase dieses „gemeinsamen Überarbeitens“ soll in den einzelnen Akteursgruppen erneut im Rahmen eines Runden Tisches über die gesammelten Erkenntnisse und Ergebnisse diskutiert werden. Auf diese Weise sollen die Mitarbeiter des Planungsbüros ausloten an welchen Stellen der Konzeptionen noch die größten Bedenken bestehen. Die einzelnen Akteursgruppen sollen nun endgültige Konzepte entwickeln, die in einer Zwischenpräsentation zunächst grob vorgestellt werden. Nach dieser Präsentation ist ein Zeitraum vorgesehen in dem Änderungsvorschläge eingearbeitet werden können. Danach kommt es zu einer großen, öffentlichen Endpräsentation der entwickelten Konzepte.

Dritter Schritt: Entwicklung und Umsetzung

An diesem Punkt könnte das Planungsbüro nun mit der Ausarbeitung eines Gesamtkonzeptes beginnen. Es soll jedoch in Einzelgesprächen mit Entscheidungsträgern und besonders engagierten Teilnehmern der Planungswerkstatt eine Reflexion über die erzielten Ergebnisse und gefundenen Kompromisse stattfinden. Eine abschließende Planung ist nicht nötig vorzunehmen, wenn die Stadt am Ende nicht einverstanden oder kein Investor gefunden ist. Daher scheint dieser Zwischenschritt durchaus sinnvoll zu sein. Nach Beseitigung sämtlicher Unklarheiten kann nun schließlich ein Gesamtkonzept zur Umnutzung des Areals entwickelt werden. Aus mehreren bereits vorhandenen und detailliert ausgearbeiteten Konzepten werden die Vor- und Nachteile ausgelotet und gegeneinander abgewogen und schließlich zu einem endgültigen Konzept zusammengefasst. Das entwickelte Konzept wird öffentlich präsentiert. Damit könnte der Prozess schließen. Doch es erweist sich als unablässig noch ein wenig mehr Zeit einzuplanen in denen letzte Änderungen vorgenommen werden können und das entstandene Konzept mit allen Beteiligten besprochen werden kann.

Zeitablauf eines Stadterneuerungs-projektes (idealtypisch)

Abbildungsnachweis:

  1. Eigene Darstellung: Metaphorisches Logo eines fiktiven Stadterneuerungsprojektes
  2. Eigene Darstellung: Zeitablauf eines Stadterneuerungsprojektes (idealtypisch)

von Jens Bossen

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