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Die Stadt Bremen zur Zeit der Hanse
Untersuchung der Wohn- und Lebensverhältnisse in einer Hansestadt
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Einleitung: Die Geschichte der Stadt Bremen ist, ebenso wie ihre Baugeschichte, bewegt und vielseitig. So ist beispielsweise das städtebauliche Ensemble aus Rathaus, Dom, Schütting und Roland als UNESCO-Weltkulturerbe mit einem besonderen Schutz-Statuts belegt. Das Städtebündnis der Hanse nimmt dabei in der Geschichte Bremens eine wichtige Rolle ein. |
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Gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen: Die Stadt wurde ab 1315 von einem Rat regiert, der als Folge des Erhalts der Stadtrechte 1303 eingesetzt wurde: er blieb während der Hansezeit stets das politische Organ Bremens. Laut der Verfassung konnte jeder freie Bürger in den Rat einziehen, in der Regel rekrutierten sich die Mitglieder allerdings aus der städtischen Oberschicht. Die Ratherren kamen zu gleichen Teilen aus den vier Bremer Kirchspielen (St. Martini, St. Stephani, St. Ansgarii und Unser Lieben Frauen. Das Baurecht war in den sog. "Kundigen Rullen", den Gesetzesblättern der damaligen Zeit, festgehalten Trotz Stadtrechten war Bremen sowohl im Inneren als auch im Äußeren von stetigen Unruhen geplagt (vgl. vertiefend Schwarzwälder 1995). |
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Die Hanse - Handels- und Städtebündnis: Die Geschichte des Städtebündnisses reicht zurück bis ins 12. Jahrhundert, als deutsche Schiffe, vor allem aus Bremen und Köln, immer mehr Bedeutung im Nordseehandel gewannen. Durch die Gründung (1158) und den starken Wachstum Lübecks in den Folgejahren wuchs auch die deutsche Bedeutung im Ostseeraum. |
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Die Mitgliedschaft Bremens in der Hanse: Die Bremer Mitgliedschaft war stets konfliktreich, da man bei eigenem Vorteil nicht scheute gegen die Politik der Hanse zu agieren. So wurde Bremen (als ein Gründungsmitglied) dreimal aus der Hanse ausgeschlossen. Zum ersten Hansetag (1356) erschien Bremen nicht, da zu dieser Zeit mit Vorliebe Schiffe in der Wesermündung gekapert wurden, darunter auch solche der Hanse. Vor allem aus Hamburg wurden Rufe nach einem Krieg gegen Bremen laut. Lübeck vermittelte und Bremen wurde 1358 wieder ins Bündnis aufgenommen und wurde nach Lübeck und Köln wichtigstes Mitglied. Weitere Unterbrechungen folgten (vgl. hierzu vertiefend Schwarzwälder 1995). |
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Entwicklung des Wohnungsbaus zu Bremen: Bis ins hohe Mittelalter waren die, an niedersächsischen Bauernhäusern angelehnten, Bürgerhäuser Bremens freistehend und aus Holz gebaut. Als das Bauland im späten Mittelalter teurer wurde rückten die Häuser enger zusammen, die Stallungen wichen einer großen Diele, die das Herdfeuer enthielt und wichtigster Aufenthalts- und Arbeitsraum war. |
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Die Wohnung, das Haus: Die Oberschicht lebte, abgesehen von den sanitären Anlagen, vergleichsweise angenehm. Die Häuser wurden zumeist nur von einer Familie und ihren Bediensteten, die im den oberen Geschossen unter dem Lager schliefen, bewohnt. Die Familie selbst wohnte im Erdgeschoss, da diese als einzige beheizt waren. |
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Die Wohnumgebung: Die Viertel Bremen besaßen, je nach sozialer Schichtung, ein differenziertes Erscheinungsbild. Der öffentliche Raum, in dem sich ein Großteil des städtischen Lebens abspielte, war je nach Viertel großzügig und gepflastert oder eng und verdreckt (diese Situation blieb in ärmlichen Vierteln bis ins 17. Jahrhundert bestehen). Die Buden der Armen befanden sich häufig in den Hinterhöfen der Reichen, die immer weiter verdichtet wurden (siehe nebenstehende Abb.). |
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Einfluss der Wohnverhältnisse auf das städtische Leben: Das Leben der Oberschicht wurde im Laufe der Hansezeit vor allem durch Neuerungen in der technischen Infrastruktur immer komfortabler. Die großzügigen Grundrisse der Häuser trugen darüber hinaus positiv auf zum Lebensstandard bei. Die Nutzungen Arbeiten und Wohnen befanden sich stets unter einem Dach, wirkten sich allerdings nicht negativ aus. |
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Fazit: Städte waren als Lebensraum zur Zeit der Hanse, trotz der bescheidenen Lebensumstände, sehr beliebt, da es hier keine Leibeigenschaft mehr gab und sie, wie auch Bremen, wirtschaftliche Kraft ausstrahlten („Stadtluft macht frei!“). Bremen galt unter den eigenen Bürgern in der Frühphase der Hanse als freiste Stadt der Welt, weshalb trotz verheerender Seuchen die Einwohnerzahl gleich blieb. Auch unter Auswärtigen wurde Bremen immer wieder positiv gewertet, was jedoch nicht über die größtenteils sehr beengten Verhältnisse hinweg täuschen sollte. Dennoch war die Gesellschaft nicht völlig starr, wie die damalige Ständegesellschaft außerhalb der Stadtmauern, sondern bis zu einem gewissen Grad durchaus durchlässig. |
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Abbildungsnachweis:
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von Jens Bossen |