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Die Zentralität der Dörfer
Der Beitrag der Kooperationsprogramme IMAGE und INTRA zu einer nachhaltigen Raumentwicklung
im Einzelhandel
IM FORUM DISKUTIEREN
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Themenstellung als Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung im ländlichen Raum: Betriebe des großflächigen (grfl.) Einzelhandels (EH) widersprechen den Zielsetzungen der Raumordnung und der Nachhaltigkeit, woraus sich negative Auswirkungen für die Versorgungsstruktur der Regionen und vor allem der ländlichen Räume entstehen. |
Untersuchungsfaktoren der Fragestellung |
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Nachhaltigkeit in der Regional- und Stadtplanung: Neben dem Oberziel der Nachhaltigkeit in der Raumplanung (Schaffung gleichwertiger Lebensbedingungen), sind Zersiedelung und stetig zunehmende Flächeninanspruchnahme als die vorrangig zu lösenden Probleme zu sehen. |
Magisches Dreieck der Nachhaltigkeit |
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Flächenwachstum und Siedlungsdispersion: Aus diesem Flächenwachstum entstehen fatale Folgen für die Gesellschaft:
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Einzelhandel und Nachhaltigkeit: Ein vielschichtiger Strukturwandel im Einzelhandel (er kann hier nicht differenziert dargestellt werden und ist in der Gesamtfassung bei der ALR abrufbar) und der damit einhergehende erhöhte Flächenbedarf des EH führt zum Verlust von fruchtbaren Böden und Lebensräumen für Flora und Fauna sowie zu Versorgungslücken im ländlichen Raum und kleineren Zentren. Die verstärkte Verkehrserzeugung trägt im Sinne des § 3 BImSchG zusätzliche Schadstoffe in den Boden ein und zerschneidet die Landschaft und somit Lebensräume frei lebender Tiere. |
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Teufelskreis des SuV-Wachstums
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Teufelskreisprozesse des SuV-Wachstums und zentraler Versorgungsstandorte. Beide Teufelskreise führen im Endeffekt zu gesteigerten Abwanderungstendenzen aus der Kernstadt. Weitere Berührungspunkte sind ebenfalls denkbar. |
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Regionalplanung im Bundesland Niedersachsen
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Übersicht der RROPs in Niedersachsen und ihre Entstehung. Die Karte verdeutlicht, dass die RROPs im Umland Bremens tw. veraltet sind. Lange Zeit waren in einigen Landkreisen erst gar keine RROPs vorhanden. |
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Abgrenzung des Untersuchungsgebietes: Der Begriff der Region ist zunehmend schwierig exakt zu verwenden, da Verwaltungseinheiten und Verflechtungsbereiche immer weniger korrespondieren. Eine wirksame regionale Kooperation basiert auf einem überschaubaren Raum, da dies zu erhöhtem Verantwortungsbewusstsein führen kann und große Gruppen schnell handlungsunfähig werden. Regionale Kooperation ist vor allem in Räumen mit engen Verflechtungen sinnvoll, weshalb ein enger Verflechtungsraum um das Oberzentrum (OZ) Bremen gewählt wird, nahezu identisch mit der Definition aus dem regionalen Raumstrukturkonzept. |
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Problematische Einzelhandelsentwicklungen: Wie in diversen Regionen ist auch in der Region Bremen ein Trend zur Großflächigkeit, zur Rationalisierung und Standortverlagerung an die Peripherie zu beobachten. Eine besondere Problematik stellen Agglomerationen des grfl. EH dar, die sich in Niedersachsen vermehrt in kleineren Gemeinden ohne eigenes, integriertes EH-Angebot im Umland von Großstädten befinden. Mehrere solcher Standorte, die sich ausschließlich an Verkehrsströmen des MIV orientieren, mit tw. überregionaler Bedeutung gibt es auch im Untersuchungsgebiet. Aus diesen Entwicklungen resultieren partielle Strukturschwächen der Zentren und Kerne, eine tw. verschlechterte EH-Versorgung im ländlichen Raum sowie die Dezimierung der Möglichkeiten zur Nahversorgung. |
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Einzelhandel und nachhaltige Entwicklung in der Region Bremen: Die Gesamtentwicklung des EH in der Region Bremen ist in keiner Weise mit den Zielen der Nachhaltigkeit kompatibel, vielmehr stehen einige Entwicklungen den Zielsetzungen der Raumordnung (sowohl des Bundes als auch des Landes Niedersachsen) entgegen und widersprechen somit auch einer nachhaltigen (EH-)Entwicklung. Diese Fehlentwicklungen beruhen bei weitem nicht nur auf alten Baurechten bzw. Fehlern der 1970er und 1980er Jahren (wie z.B. im Fall „Dodenhof“ oder einem Teil der EH-Agglomeration in Stuhr) sondern sind in anderer Form (Abschwung der Ortskerne, „Discounterisierung“, etc.) nahezu flächig festzustellen, was allen drei Dimensionen der Nachhaltigkeit widerspricht. Daraus resultiert Handlungsbedarf, der nicht im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung angegangen werden kann, da in den Kommunen der Region zum Teil geringer Bedarf an Veränderungen gesehen wird (Erhöhung der eigenen Steuereinnahmen im interkommunalen Wettbewerb als Ziel). |
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Kooperation in der Region Bremen - nachhaltig oder nicht? Kommunale Aufgaben, die aufgrund der zunehmenden Verflechtungen zwischen Gebietskörperschaften (vor allem in Agglomerationsräumen – Stadt-Umland-Problematik) über den jeweiligen kommunalen Einflussbereich hinausgehen und daher auf dieser Ebene nicht mehr sinnvoll gesteuert werden können, dienen der Kooperation als Anlass (eine reine Ausweitung traditioneller Instrumente ist nicht ausreichend). |
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Kooperation statt hierarchischer Koordination? Es ist leider festzustellen, dass sich im Zuge des IMAGE-Verfahrens keine (bzw. nahezu keine) Veränderungen in der flächigen Ausdehnung des EH eingestellt haben1, vielmehr stagnieren die Zahlen auf hohem Niveau da Investitionen durch das Instrument nicht verhindert werden können. Vorhaben wurden im Verlauf des Verfahrens in der Regel flächenmäßig angepasst, Standortentscheidungen jedoch nicht getroffen, bei Vorhaben auf alten Baurechten fand das Verfahren tw. erst gar nicht statt, weshalb die Belange der nachhaltigen Entwicklung nur unwesentlich berührt werden. |
Ablaufphasen des IMAGE-Verfahrens |
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Empfehlungen für eine nachhaltige Einzelhandelsentwicklung: Eine Erfolg versprechende Weiterentwicklung der Kooperation in der Region Bremen ist die Festlegung zentralörtliche Versorgungsstandorte innerhalb der Gemeinden, um eine präzisere Lenkung der Entwicklung zu ermöglichen. Ein solches Konzept wird derzeit erarbeitet. Durch Einführung verbindlicher Festlegungen im engeren Verflechtungsbereich des OZ könnte man den großen Differenzen in der Bereitschaft zu einer verbindlicheren Kooperation seitens der Kommunen begegnen und den Mitgliedsbereich später ggf. ausdehnen. |
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Hinweis: Die hier vorgestellte Arbeit ist Preisträger des Hochschulpreises der Akademie für den ländlichen Raum Niedersachsen e.V. 2008 und kann auf der Homepage der ALR in eine vollständigen Kurzfassung als PDF unter dem Menüpunkt "Aktuelles / ALR Hochschulpreis vergangener Jahre" abgerufen werden. Abbildungsnachweis:
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von Jens Bossen |