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Sozialraum Billstedt
Soziologische Zusammenhänge in einem vielseitigen Stadtteil –
Wie beeinflusst Stadtplanung die soziale Entwicklung eines Stadtteils?
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Einleitung: Billstedt ist ein äußerst Bevölkerungsreicher Stadtteil an der östlichen Stadtgrenze der Freien und Hansestadt Hamburg. Der Stadtteil zeichnet sich vor allem durch seine großen Unterschiede aus, die sich neben der Bebauungs- auch in Bevölkerungs- und Sozialstruktur. So kann man innerhalb Billstedts verschiedene Ortsteile (Quartiere) abgrenzen, die jeweils differenzierte Strukturen aufweisen. |
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Geschichte des Stadtteils Billstedt Auf dem Gebiet des heutigen Hamburger Stadtteils Billstedt befanden sich einstmals drei Bauerndörfer, deren Existenz bereits für das beginnende 13. Jahrhundert belegt ist: Kirchsteinbek, Öjendorf und Schiffbek. Kirchsteinbek zum Beispiel wurde 1212 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1239 aufgrund des Baus der ersten Kirche seinen Namen. Kirchsteinbek, wie auch Öjendorf, bleibt lange landwirtschaftlich geprägt, während sich in Schiffbek seit 1882 Industrie ansiedelte. |
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Die Märchensiedlung Im Baustufenplan von 1938 ist das Gebiet, auf dem heute die Märchensiedlung wiederzufinden ist, bereits als Kleinsiedlungsfläche ausgewiesen. Mit der Erschließung der Siedlungsfläche begann man jedoch erst in den 60iger Jahren8. Im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs der Nachkriegszeit bestand der Bedarf nach Siedlungsflächen, auf denen man Einfamilienhäuser errichten konnte. Besonders in der Mittelschicht war der Wunsch nach einem Eigenheim mit Garten weit verbreitet. Diesem Wunsch wurde Rechnung getragen, indem man besonders in den Randlagen der Stadt begann, Flächen für den Einfamilienhausbau auszuweisen. |
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Mümmelmannsberg Die Geschichte der Siedlung Mümmelmannsberg in ihrer heutigen Form ist relativ jung. Die Planungen begannen in den 1960er Jahren in einer Phase der allgemeinen Planungseuphorie. Neben anderen Leitbildern wurde angestrebt, insbesondere Trabantenstädte im Umland und große Wohnsiedlungen am Stadtrand zu errichten. Für Mümmelmannsberg hatte man ein Gebiet von 181 ha Größe im Osten
Hamburgs auserkoren. Die Siedlungsfläche liegt im östlichen Bereich des Stadtteils Billstedt und wird von der Glinder Au, der Bundesautobahn A1 und der Bundesstrasse B5 sowie einem Grüngürtel umgrenzt. Die insgesamt 7.289 Wohnungen (größtenteils
Sozialwohnungen) entstanden in zwei Bauabschnitten (1970-1972 und 1974-1979) sollten etwa 20.000 Einwohner beherbergen. |
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Billstedt Zentrum Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich Billstedts Zentrum zu einem Arbeiterquartier. Hochverdichtete Wohnanlagen entstanden. Auch viele Gastarbeiter fanden in der östlichen Peripherie der Hansestadt günstige Wohnungen. Die Randlage wurde lange Zeit dadurch verstärkt, dass ein Anschluss an den schienengebundenen ÖPNV erst spät, nämlich 1969 erfolgte.16 Im selben Jahr eröffnete ein Einkaufszentrum am Billstedter Platz. Ein weiteres EKZ entstand 1977 in der Nähe des U-Bahnhofes Billstedt.17 Die Verdichtung des Quartiers wurde in dieser Zeit besonders vorangetrieben. Zwischen 1995 und 1997 wurden die beiden Einkaufzentren zusammengeführt, erweitert und modernisiert. Damit erhielt das Zentrum Billstedts sein heutiges Gesicht. |
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Innerstädtische und innerörtliche Mobilität Ein wichtiger Bestandteil des Lebens in der Stadt und der sozialen Entwicklung eines Stadtteils ist die Mobilität. Mobilität ist seit jeher eine Voraussetzung für die räumliche Ausdehnung von Stadt18. War vor der Industrialisierung die Stadt noch fußläufig zu durchqueren, haben die Aufgabe der Mobilität heute Straßenverkehr und ÖPNV übernommen. |
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Bevölkerungszusammensetzung und Sozialstruktur Auf einer Fläche von 16,8 km leben in Billstedt an der Peripherie Hamburgs 68512 Menschen (Stand 2003) So entsteht in Billstedt eine Einwohnerdichte von 4068 Menschen pro km², im gesamten Stadtgebiet sind es 2271 Einwohner pro km².
Hieraus ergibt sich ein Bild, das suggeriert, dass Billstedt weniger unter den ausländischen Mitbürgern leidet, sondern vielmehr an den vielen Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern. |
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Segregations- und Ausgrenzungsprozesse Durch hohe Arbeitslosigkeit und kulturellen Ausschluss verödet das Quartier und eine „abweichende Kultur“ entsteht, die auch Bewohner und vor allem Kinder und Jugendliche prägt, die ihr bisher nicht angehörten. Durch die Verödung des Quartiers wird zudem die Erreichbarkeit öffentlicher Einrichtungen und privater Dienstleister erschwert. Außerdem kann der soziale Kontakt marginalisierter Gruppen zu anderen Bewohnern der Stadt aufgrund von Vorurteilen gegenüber dem Quartier in dem sie Leben behindert oder gar verhindert werden. |
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Fazit: Wie beeinflusst Stadtplanung die soziale Entwicklung eines Stadtteils? Stadtplanung hatte großen Einfluss auf die Entwicklung Billstedts. In Bezug auf die Mobilität hat die Stadtplanung durch eine schlechte Anbindung denkbar ungünstige Vorraussetzungen für die soziale Entwicklung des Stadtteils gelegt. Dieser Umstand wurde durch die Gestaltung der Baustruktur verstärkt. Besonders die Anlage Mümmelmannsbergs hat sich negativ ausgewirkt. So findet man im ganzen Stadtteil, besonders aber hier, deutliche Segregations- und Ausgrenzungstendenzen. Diese wurden durch die Stadtplanung maßgeblich beeinflusst. Um diese Probleme zu lösen kann die Stadtplanung in Form der sozialen Stadtteilentwicklung bei konsequenter Anwendung einen großen Beitrag leisten. Es zeigen sich aber auch Grenzen der Einflussmöglichkeiten. Viele Probleme sind nur gesamtstaatlich zu lösen und müssen vor allem durch Engagement der Einwohner unterstützt werden. |
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Abbildungsnachweis:
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von Jens Bossen |