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Ein feiner Zug für die Region Lübeck

Städtebau

Gleiskörper und Gleisbett

Die Beschreibung des idealtypisch gestalteten Gleisraumes muss je nach Lage des Gleiskörpers getrennt betrachtet werden:

  • Ein- und Ausfallstraßen, die überwiegend durch Wohngebiete führen: Zur Aufwertung der teilweise ungeordneten und wenig attraktiven Straßenräume soll ein "echtes" Rasengleis verwirk-licht werden (siehe Foto). An wichtigen Querungsstellen, sowie an der Zuwegung zu den Haltestellen sollen großformatige Pflasterungen in einem hellen, einheitlichen Farbton eingefügt werden. Mit der Anlage der Gleistrasse wird der Straßenraum zumeist neu geordnet und die Flächen für den Straßenverkehr zurückgebaut.
  • Innerstädtische, verdichtet-urbane Bereiche: In hoch verdich-teten, sehr urbanen Bereichen sollen die Gleiszwischenräume mit einem hellen Sand-Kalk-Gemisch geschlämmt werden. Die „technischen“ Gleise treten hierdurch nicht in den Fordergrund, sondern werden optisch ansprechend "versteckt". Die Pflas-terungen an Querungsstellen werden entsprechend dem Rasengleis ausgeführt.

"Echtes" Rasengleich in Santa Cruz de Tenerife

Oberleitungen und sonstige Infrastruktur

Die Oberleitungen sollen ebenfalls einem hohen gestalterischen Anspruch folgen und sich möglichst sanft in das Stadtbild einfügen. Die im Deutschland häufig verwendeten Hochkettensysteme sind wenig geeignet, da sie teuer sind und das Stadtbild stören, weshalb ein einfacher Fahrdraht verwendet werden soll, der genauso leistungs-fähig ist, wie das herkömmliche System.
Die Oberleitungsmasten werden mittig zwischen den Gleisen ange-bracht und erhalten einen filigranen Querausleger, der die einfachen Fahrleitungen trägt. Sie sollen zudem gleichzeitig als Halterung für die Straßenbeleuchtung dienen, um eine weitere Möblierung des öffen-tlichen Raums zu vermeiden.
Auf trassenbegleitende Zäune oder sonstige Absperranlagen soll, soweit möglich, verzichtet werden, denn man bedenke, dass auch der Autoverkehr selten eingezäunt wird, obwohl er eine größere Gefahr erzeugt als eine Stadtbahntrasse.

Im Stadtraum kaum erkennbar: Stadtbahnfahrdraht in Marseille

Idealtypische Haltestelle

Da die Haltestellen durch ihre Gestaltungselemente im Stadtraum positiv auf die Stadtbahn aufmerksam machen sollen, besitzen sie als "Aushängeschilder" eine wichtige Funktion. So kann eine attraktive Gestaltung in der Lage sein, die Einzugsbereiche der Haltestelle um bis zu 70% zu erhöhen. Dabei gilt es die Gestaltung sowohl einheitlich, als auch den jeweiligen stadträumlichen Gegebenheiten anzupassen. Folgende Gestaltungskriterien sollen zugrunde gelegt werden:

  • Bahnsteige: Es sollen, in erster Linie aus Platz- und Kosten-gründen, in der Regel Mittelbahnsteige realisiert werden. Die Maße der Haltestelle werden wie folgt festgesetzt: Bahnsteig-länge - 75m, Bahnsteigbreite - 4m (Abweichungen an stark frequentierten Haltestellen möglich), Bahnsteighöhe - 0,3m.
  • Möblierung und Informationselemente: Ein wichtiges Identifika-tionsmerkmal soll ein Möbel darstellen, dass an jeder Haltestelle mindestens zweimal aufgestellt wird. Es wird die statische und dynamische Fahrplananzeige, den Fahrkarten-automat, die Notruffunktion, einen Mülleimer, den Netzplan und sonstige Ankündigungen und Informationen enthalten. Hinzu kommen zwei Wartehäuschen mit ausreichend Wetterschutz und eine helle, freundliche Beleuchtung.
  • Material- und Farbwahl: Die Bahnsteige sollen, soweit mit dem Umfeld verträglich, in hellem Sichtbeton ausgeführt werden. Die Wartehäuschen auf den Bahnsteigen sollen modern gestaltet und überwiegend aus Glas gearbeitet sein. Die farbliche Ausgestaltung der Möblierung soll, wie die Fahrzeuge, dem Lübecker Stadtwappen entsprechen (rot, schwarz und weiß).

Ansicht der idealtypischen Haltestelle I

Ansicht der idealtypischen Haltestelle II

Tunnelhaltestelle Hauptbahnhof

Diese Haltestelle ist der zentrale Verknüpfungspunkt im Stadtbahnnetz so-wie mit dem Regional- und Fernverkehr der DB. Die Zufahrt zur unterirdischen Minus-Zwei-Ebene erfolgt über eine Rampe im Bereich der Straße "Am Bahnhof". Die eigentliche Haltestelle wird viergleisig ausgebaut und unter der Konrad-Adenauer-Straße liegen.
Die Verteilerebene über den Gleisen wird offen gestaltet und große Durchlässe zur Gleisebene erhalten, Zugänge zur Verteilerebene werden sich im Bereich des ZOB, der Wartehalle des Hauptbahnhofes sowie im Bereich der Konrad-Adenauer-Straße finden. Im Übergangsbereich zum Hauptbahnhof werden die Bahn-hofsarkaden bis in die Minus-Eins-Ebene erweitert. Durch angrenzende Geschäfte wird der Fußgängertunnel attraktiver und verliert an Angstraum-potenzial.
Darüber hinaus werden mehrere Lichtdurchlässe zur Oberfläche offen gelassen um Tageslicht bis auf die Bahnsteige hindurch zu lassen. Die Bahnsteigbreite soll aufgrund der zu erwartenden starken Frequen-tierung auf jeweil 7m festgesetzt werden.

Querschnitt der viergleisigen Haltestelle Hauptbahnhof

Haltestelle Fegefeuer in der südlichen Altstadt

Die Altstadtinsel ist zu allen Seiten abschüssig, so dass die Gleise im Bereich der Haltestelle, die im Tunnelmund konzipiert wird, völlig waagerecht verlaufen können und ein Einschnitt im Straßenraum ausgebildet wird. Die Wände des Einschnitts werden hell gestaltet und jeweils mit künstlerischen Elementen geschmückt, die an die Historie des Ortes erinnern sollen.
Es werden, aufgrund der besseren Zugänglichkeit im Tunnelmund, zwei Seitenbahnsteige mit einer Breite von jeweils 1,50m ausgeführt. Die Zuwegung zur Haltestelle erfolgt über eine Treppen- und Fahrstuhlanlage im Bereich des Tunnelmunds und auf der gegenüberliegenden Seite über eine leichte Rampe (die Haltestelle liegt nahezu im Geländeniveau).

Fegefeuer - Haltestelle im Tunnelmund

Verkehrsführung am Sankt-Jürgen-Ring

An der Kreuzung Sankt-Jürgen-Ring und Kronsforder Allee sind starke MIV-Verkehrsströme in die Stadtbahn kreuzenden Richtungen zu erwarten, weshalb eine höhengleiche Querung vermieden werden soll. Deshalb wird die Stadtbahntrasse im Straßenraum der Kronsforder Allee und der Sankt-Jürgen-Ring als Tunnel darunter hindurch geführt. Er erhält Auf- und Abfahrten zur Kronsforder Allee.

Unterführung des Sankt-Jürgen-Rings unter der Kronsforder Allee

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