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Planungsdiskurs / Hamburg
Nahverkehrsplanungen Stadtbahn, S4 und U4-Verlängerung

Einführung: In Hamburg sind verschiedene Projekte des ÖPNV in der aktuellen Diskussion. Hierzu gehören die Stadtbahn-Planungen ebenso wie die Verlängerung der U-Bahn-Linie 4 und Überlegungen zu einer neuen S-Bahn-Linie S4. Die Stadtwelten wollen diese Erwägungen hier einmal vorstellen und bewerten.
Stadtbahnplanungen: Über die Stadtbahnplanungen haben die Stadtwelten bereits häufiger in den News berichtet. Geplant ist zunächst eine Linie von Bramfeld über Steilshoop, die City Nord und Winterhude bis zur U-Bahn-Haltestelle Kellinghusenstraße. Diese erste Linie besitzt eine Länge von 7,7 Km und soll knapp 20 Mio. Euro je Kilometer Kosten. Ein Betriebshof soll südlich der S- und U-Bahnstation Ohlsdorf eingerichtet werden. Das Zielnetz sieht weitere Linien vor: Hauptbahnhof - U Niendorf Markt, U Emilienstraße - Osdorfer Born, Steilshoop - Rahlstedt und Steilshoop - Hauptbahnhof über U/S Barmbek.
U4-Verlängerung: Derzeit wird bekanntermaßen die Linie U4 zwischen U/S Jungfernstieg und der HafenCity gebaut. Die ursprünglichen Planungen sehen eine Verlängerung dieser Linie bis zum kleinen Grasbrook auf der anderen Elbseite vor. Dies soll den stadtentwicklungspolitisch forcierten "Sprung über die Elbe" wesentlich unterstützen. Langfristig war eine Verlängerung bis ins Wilhelmsburger Reiherstiegviertel anvisiert worden.
S4-Planungen: Zunächst könnte die Linie zwischen Ahrensburg und dem Hamburger Hauptbahnhof verkehren. Dieser Streckenabschnitt wurde bereits vor einigen Jahren als S4, allerdings mit Dieselloks auf den DB-Gleisen, betrieben. Da der Hauptbahnhof seine Belastungsgrenze erreicht, soll die künftige S4 mit Gleichstrom betrieben werden und die nicht ausgelasteten S-Bahn-Gleise im Hauptbahnhof nutzen. Langfristig ist eine Weiterführung der Linie über Pinneberg hinaus nach Elsmhorn / Glückstadt / Itzehoe bzw. Neumünster angedacht. Hier ist ein Oberleitungsbetrieb mit Wechselstrom vorgesehen, wie es bereits auf der Strecke Neugraben - Stade genutzt wird.
Was wohl passieren wird: Aufgrund aktueller Haushaltsdiskussion ist die Realisiserung dieser Projekte eher unsicher geworden. Die Stadtbahnplanungen sollen von den Einsparungen zunächst ausgenommen bleiben. Die Verlängerung der U4 zum kleinen Grasbrook dagegen ist bereits jetzt nahezu ausgeschlossen. Mit der Weiterentwicklung der HafenCity könnte es allerdings noch zu einer Verlängerung bis zu den Elbbrücken kommen. Hier soll auch eine S-bahn-Station eingerichtet werden, so dass ein Verknüpfungspunkt entstünde. Auch die Planungen für die S4 scheinen nicht unrealistisch, zumindest der Abschnitt zwischen Ahrensburg (bzw. Bad Oldesloe) und dem Hauptbahnhof. Denn hier wird es mit Fertigstellung der festen Fehmarn-belt-Querung zu Überlastungen kommen, weshalb ein Ausbau der Strecke sowieso notwendig wird.
Nach dem Bruch der Koalition: Nachdem die schwarz-grüne Koalition im Hamburger Senat am 28.11.2010 von der GAL (Grün-Alternative Liste) aufgekündigt wurden und es im Februar 2011 Neuwahlen in Hamburg geben wird, haben sich die Vorzeichen für die Nahverkehrsprojekte ebenfalls geändert. Bürgermeister Ahlhaus verkündete am 1.12.2010, dass die Stadtbahnplanungen gestoppt werden und besiegelte damit das Aus für das bei den Bürgern unbeliebte (letzte Umfragen ergaben nur rund 40% Befürworter) grüne Prestigeprojekt. Während die Handelskammer bereits eine U-Bahn fordert, kündigte Ahlhaus zunächst an Alternativen prüfen zu wollen (Siehe nebenstehenden Artikel der TAZ). Wie es mit dem Projekt wirklich weitergeht wird aber erst nach der Wahl abzusehen sein - vielleicht besteht ja die Chance für eine bessere Lösung.

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Straßenbahn der BSAG am Hamburger Jungfernstieg

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Am Abzweig Hasselbrook verlässt die S4 das Bestandsnetz

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Baustelle zum Anschluss der U4 am Jungfernstieg

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Planungsdiskurs / Lübeck
Bürgerentscheid um die Zukunft des Flughafens Blankensee

Vorgeschichte: Nachdem sich ein ausländischer Investor aufgrund mangelnder Rendite aus der Führung des Flughafens Blankensee im Süden Lübecks zurückgezogen hatte, musste eine Entscheidung erfolgen, was mit dem Flughafen in Zukunft geschehen wird. Zumal bei einem weiterem Betrieb ein Ausbau notwendig erschien (auch von Ryan Air, der wichtigsten Fluggesellschaft, die den Lübecker Airport ansteuert, wurden derartige Forderungen laut). Aufgrund der klammen Haushaltslage der Hansestadt und der Nähe zum internationalen Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel wurde im Novermber 2009 durch eine rot-rot-grüne Mehrheit in der Bürgerschaft die Schließung Blankensees beschlossen. Ein Bürgerbegehren zum Erhalt des Airports führte schließlich zu einem Bürgerentscheid, der am Sonntag, den 26. April die Lübecker zu den Wahlurnen rief.
Bürgerentscheid am 26. April 2010: Die Wahlbeteiligung fiel mit gut 31% sehr gering aus, die Anzahl der Stimmen gereichte dem Bürgerentscheid jedoch zur Wirksamkeit. Insgesamt votierten gut 35.000 Lübecker Bürgerinnen und Bürger (67,4% der abgegebenen Stimmen) für den Erhalt des Flughafens. Die Entscheidung der Bürgerschaft war somit gekippt worden.
So soll es weitergehen: Nachdem Schleswig-Holstein bereits vor dem Bürgerentscheid angekündigt hatte in den Flughafen investieren zu wollen, ist das Land nun in der Pflicht. Die Betreibergesellschaft des Flughafens Blankensee hält einen Baubeginn noch im Jahr 2010 für möglich. Die Verluste jedoch, die der Flughafen in den letzten Jahren eingefahren hat, wird der Stadthaushalt Lübecks zu spüren bekommen. Die Suche nach einem neuen Investor wird zwar fortgesetzt, der Erfolg ist jedoch völlig offen und eher zweifelhaft.

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Bahnhaltepunkt am Flughafen Blankensee

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Planungsdiskurs / Hamburg
Elbphilharmonie - Chronik eines Prestigeprojektes

Juni 2003: Das Projekt Elbphilharmonie, entwickelt von den Basler Architekten Herzog & de Meuron, wird in der Öffentlichkeit vorgestellt. Es umfasst eine Bruttogeschossfläche von 84.000m² und soll mit spektakulärer Architektur auf dem Kaispeicher A in der HafenCity realisiert werden. Die Kosten für das Projekt wurden zu dieser Zeit auf ca. 150 Mio. Euro geschätzt.
Juli 2005: Eine erste von der Stadt in Auftrag gegebene Machbarkeits-studie taxiert den städtischen Anteil an den Kosten auf etwa 77 Mio. Euro.
November 2006: Bereits zu diesem Zeitpunkt muss Bürgermeister Ole von Beust bekannt geben, dass sich die Gesamtkosten der Elbphil-harmonie auf mehr als 240 Mio. Euro erhöht hat und der städtische Anteil am Bauwerk auf etwa 114 Mio. Euro steigt.
Februar 2007: Die Bürgerschaft stimmt dem städtischen Finanzie-rungsanteil an der Elbphilharmoie zu. Die Weichen für das Prestige-projekt sind nunmehr also entgültig gestellt.
November 2008: Die Hamburger Kultursenatorin gesteht weitere Kostenerhöhungen, wodurch sich der städtische Anteil der Kosten um 209 Mio. Euro auf nunmehr 323 Mio. Euro erhöht. Die geplante Bruttogeschossfläche hat sich inzwischen um fast 50% auf 120.000m² gesteigert. Zudem musste der geplante Eröffnungstermin bereits mehrfach verschoben werden. Auch der aktuell angestrebte Termin wird wohl nicht zu halten sein. Nach der erneuten Kostenerhöhung wurde mit dem beauftragten Baukonzern ein Festpreis von 450 Mio. Euro vereinbart.
Januar 2010: Trotz des vereinbarten Festpreises meldet der Bauträger eine erneute Kostensteigerung, woraufhin das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" einen ausführlichen Artikel zur Elbphilharmonie veröffentlicht. Hier wird nicht nur ausgeführt, dass die angemeldeten gut 24 Mio. Euro Mehrkosten noch nicht das Ende der Fahnenstange seien, sondern vielmehr mit gut 40 Mio. Kostensteigerung zu rechnen sei. Zudem wird aufgezeigt, wie die Vetragsverhältnisse zwischen Stadt, Projektentwicklungsgesellschaft, Bauträger und Architekt gestrickt sind und weshalb es aufrgrund dieses Konstruktes zu weiteren Kostenerhöhungen und Verschiebungen des Eröffnungs-termins kommen kann.
April 2010: Nach den weiteren Kostenexplosionen beim Bau der Elbphilharmonie hat die Stadt nun den zuständigen Bauträger verklagt und fordert die Vorlage eines klaren Terminplans (wie bspw. stern.de berichtet). Dass der Bauträger die Klage zurückweist versteht sich nahezu von selbst. Aufgrund der Vertragslage und der Erklärungen des Baukonzerns scheint jedoch nicht klar, ob die Klage der Stadt wirklich zu halten sein wird. Die SPD-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft hat außerdem inzwischen einen Untersuchungsausschuss zur Kostenexplosion beschlossen.
Mai 2010: Von den Architekten Herzog und de Meuron wurden jetzt eklatante Mängel an Rohbau und Fassade der Elbphilharmonie festgestellt. Diese zeigen sich unter anderem

  • in Form von Bauschlamm, der in die poröse Fassade des Sockels (Kaispeicher A) geriet, oder
  • in schief bzw. zu tief eingebauten Betonrippen, die später den großen Konzertsaal tragen sollen.

Nun wurde ein teilweiser Baustopp verhängt. Denn zumindest die Arbeiten am Kaispeicher A müssen ruhen, bis das Problem mit dem Bauschlamm gelöst ist.
Juli 2010: Nachdem der ausführende Baukonzern Millionen für Mehrkosten verschiedener Art gefordert hat, ist nun eigentlich die Stadt an der Reihe. Der Zeitplan wurde nicht eingehalten und der Vertrag sieht hierfür eine tägliche Strafe von 200.000 Euro. Warum die Stadt das Geld bisher nicht eingefordert hat ist bisher unklar. Eine baldige Erhebung der Forderungen ist allerdings wahrscheinlich. Fraglich ist dagegen der Ausgang neuerlicher Streitigkeiten mit dem ausführenden Baukonzern.
März 2011: Letzten Monat hat der Untersuchungsausschuss seinen Abschlussbericht vorgelegt und laut Spiegel-Online weitere Kostensteigerungen prophezeit. Das Thema ist also noch nicht vollständig zum Stillstand gekommen. Vielmehr hat es woh während des Bürgermeisterwahlkampfes eine Ruhepause eingelegt. Der erste Mieter, nämlich das Hotel in der Elbphilharmonie, war nun sogar so mutig den 1. Juli 2013 als Eröffnungsdatum bekannt zu geben. Man wird sehen.
Da passiert es noch im März. Am 17.03.11 wurde von der städtischen Realisierungsgesellschaft bekannt gegeben, dass der aktuelle Zeitplans des Bauunternehmers eine Fertigstellung des Konzerthauses für November 2013 anstrebt. Die Übergabe des großen Saales dagegen soll schon im Juni desselben Jahres erfolgen. Ob der zeitplan den gerichtlichen Vorgaben genügt ist zumindest fraglich - die zuständige Kulturbehörde wird dies prüfen.
Wie es weitergeht: wird sich noch zeigen, die Stadtwelten bleiben jedenfalls an diesem Thema dran und werden hier von aktuellen Entwicklungen berichten. Diese zeigen sich in

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Der Rohbau der Elbphilharmonie im März 2010

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Der Rohbau des Prestigeprojektes von den Magellanterassen in der HafenCity

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Die Elbphilharmonie von der Wasserseite im April 2010

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Fassadendetail am Rohbau

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Rohbau an einem kalten Wintermorgen

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Im Februar 2011 ist der Bau ein gutes Stück voran gekommen

Planungsdiskurs / Bremen
Streit um die Kattenturmer Heerstraße

Die Geschichte eines Streites: Die Kattenturmer Heerstraße ist eine wichtige Ausfallstraße im Bremen Südosten in Richtung Stuhr und Weyhe (überwiegen zweistreifig ausgebaut), die seit September 2009 für den LKW-Verkehr gesperrt ist. Insbesondere Stuhr, das unmittelbar an der Stadtgrenze zu Bremen ein überregional bedeutendes Factory-Outlet-Center besitzt, erwog bereits früh rechtliche Schritte. Firmen reichten schließlich Klage beim Verwaltungsgericht ein. Während die Sperrung für die Anwohner der Kattenturmer Heerstraße ein Segen ist, griff um Weihnachten sogar der niedersächsische Ministerpräsident Wulff in den Streit ein und forderte eine Aufhebung der Sperrung.
Derzeit in der Diskussion: Anfang März schließlich entschied das Bremer Verwaltungsgericht zu gunsten der Kläger und hob das LKW-Fahrverbot für die Kattenturmer Heerstraße auf. Es erklärte die Begründung der Sperrung - Lärmschutz - als rechtswidrig. Der zuständige Bremer Senator Loske (Grüne) reichte umgehend Beschwerde gegen das Urteil ein.
Bewertung: Ein Rechtsstreit wird hier zu Lasten der Anwohner entschieden. Die starke Belastung der Kattenturmer Heerstraße führt zu großen Lärm- und Feinstaubbelastungen für die Anlieger. Die wirtschaftliche Bedeutung der Ausfallstraße für die Betriebe an der Bremer Stadtgrenze auf dem Gemeindegebiet Stuhrs ist sicherlich nicht zu bestreiten. Allerdings stellt sich doch die Frage, warum Bremen Belastungen seiner Bürger hinnehmen sollte um die Wirtschaftlichkeit von Betrieben jenseits der Stadtgrenzen zu stärken, die gleichzeitig Kaufkraft aus der Bremer Innenstadt abziehen.
Neue Entwicklungen: Nachdem das Verwaltungsgericht bereits im März gegen das LKW-Fahrverbot auf der Kattenturmer Heerstraße entschieden hatte, wurde diese Entscheidung am 30. Juni 2010 vom Oberverwaltungsgericht Bremen bestätigt. Die Stadt Bremen hatte Einspruch zur ursprünglichen Entscheidung eingereicht. Die weiteren Entwicklung werden wir intensiv verfolgen.

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Kattenturmer Heerstraße Richtung Norden

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Kattenturmer Heerstraße auf Höhe des Bremer Airports

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Kattenturmer Heerstraße Richtung Süden

Planungsdiskurs / Schleswig-Holstein
Liberalisierung der Landesplanung - Abschaffung der Raumordnung?

Neuer Landesentwicklungsplan für Schleswig-Holstein: Mit einem unvergleichlichen Liberlisierungskurs in der Landesplanung schockte die schwarz-gelbe Koalition am Donnerstag, den 11.03.2010, Städte und Planer in Norddeutschland als sie ihren Entwurf des neuen Landesentwicklungsplans (LEP) vorstellte. Vorgaben werden gelockert oder gestrichen, Kommunen bekommen nahezu freie Hand bei der Ausweisung von Bauland (Wegfall der prozentualen Grenzen im Wohnungsneubau). Die Koalition sieht hierin eine Stärkung des ländlichen Raumes und eine Attraktivitätssteigerung für Investitionen im klammen, nördlichsten Bundesland.
Die möglichen Folgen: Durch die Liberalisierung ist ein ruinöser Wettbewerb der Kommunen untereinander zu befürchten, der keinesfalls in zusätzlichen Einnahmen sondern vielmerh in zusätzlichen Ausgaben münden wird. Die Kosten für Transport, Verkehr und sonstige Infrastruktur (wie bspw. Kanalisation) steigen durch immer neu zu erschließendes Bauland. Zudem leiden die Zentren und Städte innerhalb Schleswig-Holsteins, wie Lübeck, Kiel oder Neumünster, aber auch Hamburg könnte von den Änderungen der Landesplanung in Schleswig-Holstein unmittelbar betroffen sein, wenn nämlich die Umlandkommunen im Nachbarland ungezügelt günstiges Bauland ausweisen und Betriebe, Einzelhandel und Wohnbevölkerung aus der Kenstadt abziehen.
Bewertung: Die geplante Liberlisierung stärkt das Leuchtturmdenken in den Kommunen und treibt sie zu unsinnigen Investitionen in neues Bauland und gleichzeitig in den Wettbewerb mit ihren Nachbarkom-munen. Dies wird langfristig weder zu Gewinnen in der Staatskasse noch zu einer wirksamen Umsteuerung des demographischen Wandels führen. Es wird lediglich zu weiteren Attraktivitätsverlusten der Innenstädte bei gleichzeitigen Steuerausfällen in den Städten und somit zu einer Umverteilung der Steuergelder zu Gunsten vor allem von Vorstädten führen. Die Liberlisierung der Landesplanung kommt einer weitgehenden Abschaffung derselben gleich, da gerade in strittigen Fragen (großflächige Einzelhandelsbetriebe, Zersiedelung, etc.) über-geordnete Steuerungsmöglichkeiten auf ein Minimum zusammengestrichen werden.

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Nutznießer des Liberalisierungskur-ses? - Ländlicher Ort in Ostholstein

Gewerbe nur noch vor den Toren der Städte?

Künstliche Innenstädte in der Provinz?

Planungsdiskurs / Hamburg:
IKEA auf dem Weg nach Altona - Chronik

09.06.2010: Eine für den Abriss des Frappant-Gebäudes noch benötigte Zustimmung ist nun erteilt worden. Lange hatte dieser Investor im Nachbargebäude "Forum Altona" die notwendige Zustimmung zum IKEA verweigert. Zudem wird der Möbelriese aus Schweden auch den Tunnel unter der Max-Brauer-Allee übernehmen, der direkt vom Altonaer Bahnhof in die Große Bergstraße und damit zum IKEA-Neubau führt, und dort größtenteils die Hausrechte übernehmen.
18.04.2010: Der Abriss des Frappant-Gebäudes wird wohl nicht bereits im Mai, sondern erst im Herbst beginnen. Ein Bauvorbescheid liegt dem Konzern offenbar ebenfalls noch nicht vor, weshalb bei der Entscheidung über Ansiedlung eines Möbelhauses der schwedischen Ketten an der Großen Bergstraße noch eine kleine Restunsicherheit bestehen bleibt.
01.03.2010: Laut einer Abendblattmeldung stehen inzwischen Investoren Schlange um Projekte in der Großen Bergstraße zu entwickeln. Die bisher ablehnende Haltung der Grundeigentümer gegen eine im B-Plan vorgesehene, zusätzliche Bebauung scheint ebenfalls zu bröckeln. War IKEA doch der Anstoß, den das Quartier benötigt hat?
12.02.2010: Nachdem der Bezirk Altona in der vergangenen Woche den Abriss des Frappant-Gebäudes in der Großen Bergstraße genehmigt hat, kommt nun weitere Bewegung in das Projekt. Die noch im Komplex verbliebenen Künstler kündigten nun an, dass sie bis Ende März das Gebäude räumen werden.
01.02.2010: Es ist nunmehr sicher, dass es keinen zweiten Bürgentscheid um die Ansiedlung des schwedischen Möbelriesen IKEA in Altona geben wird. Die Anwohnerinitiative "Kein IKEA in Altona" bereitet jedoch eine Klage gegen das Bauvorhaben vor, da es gegen gültige B-Pläne verstoße. Der Bauvorentscheid, also eine Quasi-Vorabgenehmigung, ist jedoch bereits vorbereitet und wird wohl in Kürze ausgestellt werden. Die Stadtwelten werden berichten.
27.01.2010: Der Senat hat nach dem deutlichen Bürgerentscheid der Altonaer für ein IKEA-Möbelhaus das Genehmigungsverfahren an sich gezogen. Die Baugenehmigung soll von einer eigenen Arbeitsgruppe vorangetrieben werden. Ein zweiter Bürgerentscheid gegen die Filiale wäre damit wirkungslos. Ein Abriss des Frappant-Gebäudes könnte bereits im Sommer durchgeführt werden, Eröffnung könnte dann im besten Falle im Herbst 2012 gefeiert werden.
22.01.2010: Nach Auszählung der Stimmen war klar, eine große Mehrheit stimmte für den Abriss des Frappant-Gebäudes und den Neubau eines IKEA-Möbelmarktes. Die Befürworter des Vorhabens erlangten eine 3/4-Mehrheit - eigentlich eindeutig. Da die IKEA-Gegner jedoch ebenfalls einen Bürgerentscheid beantragt haben (der Antrag wird derzeit geprüft), ist es noch offen, wie es weitergeht. Viele Stimmen fordern derweil eine schnelle Umsetzung der Planungen (das Abendblatt berichtet in diesem Artikel), die Rechtslage ist jedoch noch unklar. Die Stadtwelten bleiben dran am Thema...
21.01.2010: Die Auszählung der Stimmen beim Bürgerentscheid ist noch nicht weit gediehen. Bisher wurden die Zuschriften lediglich vorsortiert, wobei 20.000 der über 83.000 abgegebenen Stimmen noch gar nicht geöffnet wurden. Die Vorsortierung hat allerdings wohl schon ein deutliches, optisches feststellbares Übergewicht an Pro-IKEA-Stimmen ergeben. Das kann natürlich noch täuschen, doch die Weichen für einen IKEA scheinen sich langsam zu stellen. Weitere Infos bietet auch dieser Artikel im Hamburger Abendblatt. Wie es weitergeht? - Offen, aber Die Stadtwelten bleiben am Thema dran...

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Streitobjekt Frappant in Altona

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Bestehende Zufahrten zum Parkhaus im Frappant-Gebäude

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Typische Fassade einer IKEA-Filiale

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Großes, in die Stadt integriertes Möbelhaus in Wien

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Planungsdiskurs / Hamburg:
"Das Recht auf Stadt"

Stadtentwicklung und Gentrifizierung: Die Gentrifzierung, wie sie sich heute in vielen Städten zeigt ist zurückzuführen auf die Theorien eines kanadischen Wissenschaftlers. Entsprechend der Theorien, der sich einige Städte annahmen, standen diese fortan nicht mehr vordergründig im Konkurrenzkampf um Arbeitsplätze und Unternehmen. Das Ziel war es nun vielmehr möglichst viele kreative Köpfe in die Stadt zu locken, der Begriff der "kreativen Klasse" wurde geprägt. Da die "kreative Klasse" ein kreatives Umfeld benötigt, wurde in machen Städten, darunter auch besonders stark in Hamburg, die intensive Aufwertung von Altbauvierteln betrieben, was zum einen ein anprechendes Umfeld für die umworbenen, kreativen Köpfe versprach, zum anderen aber auch alteingessene Bewohner durch höhere Mieten vertrieb.
Gentrifizierung in Hamburg: Wie bereits erwähnt wurde die Stadtent-wicklungspolitik in Hamburg ganz bewusst und besonders intensiv in Richtung der Gentrifizierung gelenkt. Man verschrieb sich dem Ziel eine Kreativstadt zu werden und vergaß dabei schon das ein oder andere Mal die alteingesessenen Bewohner. Prozesse der Gentrifizierung zeigen sich in Hamburg insbesondere in

  • St. Pauli und am Elbufer: Ein Paradebeispiel der Gentrifi-zierung. Das schmuddelige Amüsierviertel ist nach und nach zur angesagten Party-Meile verwandelt worden, unterstützt durch einige Neubauprojekte (bspw. auf dem Gelände der ehemaligen ASTRA-Brauerei).
  • Ottensen: Das ehemalige Arbeiterviertel gilt schon lange als "schick-alternativ" und beherbergt viele junge Akademiker.
  • Schanzenviertel: Im Schanzenviertel sind die Gentrifizierungs-prozesse schon lange zu beobachten. Der Wandel vom alternativ-linken zum Juppi-Viertel ist allerdings nicht ausschließlich Resultat der Stadtentwicklungspolitik
  • Flakenried: In direkter Nachbarschaft zu den Falkenried-Terassen, ist auf dem Gelände des ehemaligen Straßenbahn-betriebshofes ein modernes, gemischtes Wohn- und Gewerbequartier des gehobenen Segments entstanden.
  • Hafencity: Das Prestigeprojekt der Hamburger Stadtentwicklung schafft einen komplett neuen Stadtteil am Elbufer mit besonderem Flair. Das besondere Flair wirkt manchmal jedoch etwas unterkühlt und ist eine kostspielige Angelegenheit sowohl für den öffentlichen Haushalt, als auch für die (künftigen) Mieter.

Aktionsbündnis "Recht auf Stadt": Als Reaktion auf die in Hamburg in vielen Stadtvierteln spürbaren Prozesse, hat sich ein Aktionsbündnis formiert. Das Bündnis "Recht auf Stadt" sorgt überall dort für organisierten Protest wo die Stadtentwicklung ihrer Meinung nach einmal mehr fehlgeleitet sind. Entstanden ist es vor allem im Rahmen der Diskussionen um das Gängeviertel (Die Stadtwelten berichteten) und das Frappant-Gebäude in Altona (Die Stadtwelten berichteten ebenfalls), die Initiatoren setzen sich inzwischen allerdings auch anderswo ein (bspw. gegen die Ferwärmeleitung vom Kohlekraftwerk Moorburg durch Altona). Neben dem neu gegründeten Aktionsbündnis gibt es in Hamburg einige weitere Organisationen, die gegen die Gentrifizierung (teils durchaus berechtigt, teils sind die befürchteten Entwicklungen doch äußerst fraglich...) ankämpfen wollen. Interessante Links zum Thema gibt es rechts.

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Gentrifizierung an den Falkenried-Terassen in Hoheluft

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Prestigeprojekt der Hamburger Stadtentwicklung: Die HafenCity

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Bereits gentrifiziert: Attraktive Hafenrandlagen (hier der Fischmarkt)

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