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Stadtportrait Split (Kroatien)

Einwohnerzahl: ca. 222.000

Fläche: 79,3 km²

Einwohnerdichte: 2.792 EW ⁄ km²

Verwaltung: 11 Stadtbezirke

Lage: Split liegt auf der Marjan-Halbinsel an der kroatischen Adriaküste. Zum Landesinneren wird Split von drei Gebirgsmassiven eingeschlossen (Mosor im Norden, Kozjak im Nordosten und Perun im Osten). Vor der Küste Split liegen mehrere Inseln (Braċ, Hvar und Šolta).

Politik: Split wird als zweitgrößte Stadt Kroatiens häufig als Hauptstadt Dalmatiens bezeichnet, besitzt aber keine derartige offizielle Funktion. Split ist dagegen offiziell Verwaltungssitz der Gespanschaft Split-Dalmatien (Splitsko-dalmatinska županija). Bürgermeister ist der parteiunabhängige Željko Kerum.

Verkehrssystem: Split verfügt über kein Schnell- oder Straßen-bahnnetz. Der ÖPNV wird ausschließlich mit Bussen bedient, wobei es sich meist um moderne Gelenkbusse handelt.
Aufgrund der Lage auf einer Halbinsel besitzt Split einige neuralgische Punkte. Insbesondere an der Magistrale nach Norden kommt es zu sehr hohem Verkehrsaufkommen. Auf die Halbinsel führt deshalb eine sechsspurige fast stadtautobahnartig ausgebaute Straße.
Split ist auch mit dem Zug erreichbar. Der Bahnhof der Stadt ist Endpunkt einer Strecke aus Zagreb und liegt damit in der Eisenbahn-Peripherie Europas. Seit einigen Jahren verkehren deutsche Regio-Swinger auf der Strecke nach Zagreb. Weitere Bahnstrecken gibt es in Split nicht - die Stadt ist zudem der südlichste Punkt im kroatischen Eisenbahnnetz.
Im Hafen von Split verkehren regelmäßig Fähren zu vorgelagerten Inseln sowie nach Dubrovnik, Rijeka, Pescara und Ancona. Ein internationaler Flughafen befindet sich nördlich der Stadt.

Skyline der Marjan-Halbinsel aus Richtung Süden

Skyline der Marjan-Halbinsel aus Richtung Süden

Der ÖPNV wird mit überwiegend sehr modernen Bussen bedient

Der ÖPNV wird mit überwiegend sehr modernen Bussen bedient

Wichtigste Sehenswürdigkeiten: Diokletianspalast, Kathedrale Sveti Duje, Podrumi, Peristil, Uferpromenade Riva, Poljud-Stadion, Berg Marjan, Markt Stari Pazar

Abriss der Stadtgeschichte: Split war ursprüngliche eine Adria-Kolonie der Griechen - Aspalathos. Das heutige Split entstand aus dem Diokletianspalast (um 300 n. Chr., er bildet heute die Altstadt Splits) heraus. Nachdem der Palast bereits lange verlassen war, siedelten sich in seinen Mauern die ersten Bewohner Splits an.
Die staatliche Zugehörigkeit der Stadt wechselte im Lauf der Geschichte sehr häufig: im Mittelalter gehörte Split dem Königsreich Kroatien an und war mehrmals dessen Hauptstadt. Einige Zeit, insbesondere im 14. und 15. Jahrhundert, war Split auch Teil der Republik Venedig sowie kurze Zeit Teil des Königreichs Bosnien. 1797 schließlich fiel es an Ungarn-Österreich. Nach dem zweiten Weltkrieg bildete sich Jugoslawien zu dessen Teilrepublik Kroatien Split fortan gehörte.
Den letzten großen Einschnitt in die Geschichte des Landes und somit auch der Stadt bildete der Kroatienkrieg als Teil der Jugoslawien-Kriege in den 1990er Jahren. 1991 erklärten Kroatien und Slowenien ihre Unabhängigkeit von Jugoslawien, die mit militärischen Mitteln verhindert werden sollte. Split kam dabei insgesamt glimpflich davon und erlebte im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Ein Stück römischer Stadtmauer am Markt Stari Pazar

Ein Stück römischer Stadtmauer am Markt Stari Pazar

Die Prokurativa ist ein repräsenta-tives Gebäude am Hafenbecken

Die Prokurativa ist ein repräsenta-tives Gebäude am Hafenbecken

Die Altstadt Splits, die in erster Linie durch den Diokletianspalast gebildet wird, wird als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt und ist Hauptanziehungspunkt für Touristen. Insbesondere das Forum (Peristil), die angrenzende Kathedrale Sveti Duje sowie die Kellergewölbe des Palastes (Podrumi) sind sehr sehenswert. Die Gassen sind schmal und verwinkelt und dementsprechend ausschließlich Fußgängern vorbehalten. Die Altstadtgassen laden auf jeden Fall auf einen ausgedehnten Bummel ein - insbesondere im Sommer spenden die alten Gemäuer angenehmen Schatten und Kühle. Allerdings sind sie sehr voll und überlaufen.

Der Kirchturm am Forum ist eines der Wahrzeichen Splits

Der Kirchturm am Forum ist eines der Wahrzeichen Splits

Am südlichen Abschnitt der Stadtmauer, unweit des Forums, findet jeden Tag ein bunter Markt statt. Hier werden neben Obst, Gemüse, Wurst und Käse auch viele andere Köstlichkeiten sowie Kleidung und Mitbringsel angeboten. Dabei muss man auf die Preise, die für Touristen gerne auch mal etwas höher ausfallen, allerdings genau Acht geben.
An den Bauten ist noch sehr viel Sanierungsstau zu erkennen. Wobei einige, vor allem die bedeutendsten Gebäude bereits saniert wurden und zum Teil eine große Pracht ausstrahlen.

Blick auf das Forum (Peristil) - ein römischer Platz mitten in Split

Blick auf das Forum (Peristil) - ein römischer Platz mitten in Split

Die massiven Stadttore, aus meterdicken Mauern errichtet, öffnen sich in alle vier Himmelsrichtungen aus dem Diokletianspalast. Dabei sind nicht alle so gut erhalten wie dieses, dass sich Richtung Norden zur Straße Nodilova richtet. Gegenüber dem Stadttor befindet sich die Galerija Umjetnina, eine lohnende Kunstsammlung.

Ein Stadttor im Norden des Diokletianpalastes

Ein Stadttor im Norden des Diokletianpalastes

Im westlichen, mittelalterlichen Teil der Altstadt öffnet sich der Narodni trg (Platz des Volkes) zwischen den engen Gassen. Obwohl der Platz nicht wirklich weitläufig ist, wirkt er, aus den Gassen kommend, größer als er ist. Auf dem Platz wird mittelalterliches Handwerk vorgeführt. Die Produkte können auch erstanden werden.

Blick durch die engen Gassen in den mittelalterlichen Markt hinein

Blick durch die engen Gassen in den mittelalterlichen Markt hinein

Auf dem Narodni trg gibt außerdem es an der Nordseite einige nette Cafes, die allerdings aufgrund der Touristenströme (jeden Stadtführung passiert den Narodni trg) meist sehr voll sind. Die Fassaden der umstehenden Gebäude sind zum Teil prachtvoll gestaltet, jedoch nicht immer saniert. Die Pflasterung des Platzes besteht aus Marmor und gibt dem Narodni trg ein edles Ambiente.

Der mittelalterliche mit Marmor gepflasterte Markt

Der mittelalterliche mit Marmor gepflasterte Markt

Neben dem sehenswerten Altbestand im Zentrum Split, findet man etwas abseits der Wege auch noch Überbleibsel heruntergekommene Altbauten, wie auf dem nebenstehenden Foto. Dies bedeuten jedoch bei weitem nicht, dass diese Viertel nicht ebenfalls einen Besuch lohnen. In schmalen Gassen und Hinterhöfen bieten verschiedene Bäume und die Mauern angenehm kühlen Schatten. Zudem lernt man hier für Kroatien ebenfalls typische Wohn- und Lebensformen kennen, die sich in kleineren Städten und im Landesinneren vermehrt finden lassen.

Auch solche Ecken gehören zum Straßenbild Splits

Auch solche Ecken gehören zum Straßenbild Splits

An der Galerija Umjetnina (Galerie der schönen Künste, nördlich des Diokletianspalastes erstreckt sich eine schattige Grünfläche, die eine angenehme Abwechslung zu den engen Gassen der Altstadt darstellt. Der Park ist zu vielen Tageszeiten vor allem von jungem Publikum belebt. Eine Vielzahl unterschiedlicher Baumarten bildet ver-schiedenartige Freiräume heraus, die dem Park eine besondere Aufenthaltsqualität verleihen.

Eine grüne Oase auf einer Anhöhe am Rande der Altstadt

Eine grüne Oase auf einer Anhöhe am Rande der Altstadt

Das Stadion Poljud, Heimstätte von Hajduk Split, liegt ganz im Wester der Halbinseln, fast an der Küste. Ursprünglich fasste das Stadion 55.000 Menschen, heute passen nur noch knapp 35.000 Zuschauer hinein, da auf Stehplätze seit einiger Zeit gänzlich verzichtet wird. Der Innenraum des 1979 errichteten Stadions ist oval und enthält eine Laufbahn, weshalb hier häufig auch Leichtathletik-Events stattfinden. Um das Stadion herum findet sich eine breite Asphalt-Fläche, auf der oft Fahrschulen anzutreffen sind. Mal schön Gas geben macht hier aber auch Spaß...

Das Stadion Poljud des Traditionsvereins Hajduk Split

Das Stadion Poljud des Traditionsvereins Hajduk Split

Während der Kern der Altstadt Splits ausschließlich historisch bebaut ist, finden sich am Rand des Gassengewirrs auch neuer Gebäude, deren Fassaden nicht selten viele Glasflächen enthalten. Wir hier finden sich hier nette Bars und Cafes, die angenehmere Preise bieten, als die wenigen, zumeist völlig überlaufenen, Cafes im Kern der Altstadt.

Moderne am Rande der mittelalterlichen Stadt

Moderne am Rande der mittelalterlichen Stadt

Ebenfalls am Rande der Altstadt gelegen ist die Oper der Stadt. Ein prachtvoller Bau in leuchtendem gelb, der durchaus an die Oper bspw. in Budapest zu erinnern weiß. Vor der Oper breitet sich ein weiter, fast gänzlich asphaltierter Platz aus, von dem nicht allzu viel Scharm ausgestrahlt wird.

Die stolze Oper der Stadt

Die stolze Oper der Stadt

An einem Breiten Boulevard im Zentrum, der glücklicherweise auch autofrei gehalten ist, findet sich der Fischmarkt. Hier herrscht an den Vormittagen reges treiben, wenn viele der lokalen Fischerfamilien und Händler ihren neusten Fang anpreise. Viel Flair strahlt der Ort aber auch außerhalb der Marktzeiten aus. Auf dem Boulevard (Marmontova) lässt es sich herrlich flanieren (das Eis - Höhe Fischmarkt - ist ein echter Geheimtipp).

Der Fischmarkt im Westen der mittelalterlichen Stadt

Der Fischmarkt im Westen der mittelalterlichen Stadt

Die Riva ist eine breite Uferpromenade zwischen dem Diokletianspalast und dem Hafenbecken. Auf der Stadtseite bieten unzählige Restaurants und Cafes ihre Speisen und Getränke an. Von Touristen stark frequentiert, ist die Promenade ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt. Auch deshalb wurde die Riva im Jahr 2007 für umgerechnet etwa 8 Mio. Euro saniert und umgestaltet.
Im Hafenbecken kann man nicht selten Einheimische beim Schwimmen beobachten, auch ein Wasserballfeld gibt es im der Stadt zugewandten Teil. Weiter die Mole entlang ist der Fährhafen untergebracht, wo verschiedene Linien bspw. nach Dubrovnik oder Italien festmachen.
Die Promenade verläuft fast gerade in Nord-West-Richtung. Fast direkt am östlichen Ende befindet sich der relativ kleine Bahnhof Splits. Am westlichen Ende der Riva liegen der Trg Republike und die sehenswerte Prokurativa.

Riva heißt die von Palmen gesäumte Flaniermeile...

Riva heißt die von Palmen gesäumte Flaniermeile...

...zwischen dem Diokletianspalast und dem Hafen

...zwischen dem Diokletianspalast und dem Hafen

Aufgrund ihrer Lage auf einer Halbinsel wird die Stadt nur aus einer Richtung frequentiert. Deshalb gibt es zwei sehr gut ausgebaute Verkehrsachsen auf die Halbinseln hinauf. Die Domovinskog rata (recht im Bild) ist sechsstreifig ausgebaut und selten so leer wie auf dem Foto. Zu den Hauptverkehrszeiten staut sich der Verkehr hier sehr oft, genauso wie auf den weiteren Ausfallstraßen (insbsondere Richtung Norden zum Flughafen). Hier wird allerdings bereits an einer Schnellstraße gebaut.

Vielspurige Verkehrsachse Domovinskog rata

Vielspurige Verkehrsachse Domovinskog rata

Weite Teile der Stadtfläche sind allerdings durch klare städtebauliche Konzepte geprägt, die der Stadt an vielen Ecken ein unschönes Gesicht verliehen haben. So finden sich insbesondere entlang der Hauptverkehrsstraßen unschöne Wohnblocks, die zumeist als Punkthochhäuser ausgeführt wurden. Hier wurden in erster Linie die planerischen Konzepte "Urbanität durch Dichte" und "Autogerechte Stadt" verwirklicht.
Die Siedlungsstruktur wurde in diesen Bereichen Splits durch die übergeordneten Verkehrstrassen bestimmt und an ihnen ausgerichtet. Zwar sorgt das Konzept "Urbanität durch Dichte" für eine sehr hohe Bevölkerungsdichte und somit auch für eine hohe Frequentierung der öffentlichen Räume. Diese sind allerdings lieblos gestaltet und werden von den Verkehrsräumen dominiert. Hinzu kommt das Fehlen wohnungsnaher Versorgungsstrukturen, die neben der Dichte das urbane Flair doch stark missen lassen.
Die geographischen Gegebenheiten erklären die Bausweise jedoch zu einem guten Teil. Zwischen den teilweise steilen Hängen der Gebirgszüge im Hinterland und der Adria-Küste bleibt vielerorts lediglich ein schmaler Küstenstreifen, der für eine Besiedlung attraktiv ist. Entsprechend zeigen sich auch in anderen Städten in Dalmatien (bspw. Dubrovnik oder Šibenik) ganz ähnliche Baustrukturen wie in Split.

Heruntergekommene Wohnblocks unweit des Poljud-Stadions

Heruntergekommene Wohnblocks unweit des Poljud-Stadions

Solitäre Wohnblocks sind eine typische Bauform in Split

Solitäre Wohnblocks sind eine typische Bauform in Split

Wohnblock in meandernder Form an der Straße Velebitska

Wohnblock in meandernder Form an der Straße Velebitska

Interessante Links:

von Jens Bossen
Stand: 2011

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