Navigation: Die Stadtwelten > Cities > Süd- und Osteuropa > Prag

Stadtportrait Prag (Tschechische Republik)

Einwohnerzahl: ca. 1.2 Mio

Fläche: 496 km²

Einwohnerdichte: 2.470 EW ⁄ km²

Verwaltung: 22 Verwaltungsbezirke - 57 Stadtteile - 146 Ortsteile

Lage: Die Stadt liegt an der Moldau, etwa 40 Km vor der Einmündung in die Elbe und somit in zentraler Lage im Westen der Tschechischen Republik. Dieses Gebiet entlang der Moldau, heute Prager Becken genannt, war bereits zur Frühzeit besiedelt, was auf die Güte der Lage schließen lässt.

Politik: Als tschechische Hauptstadt ist Prag Sitz der Regierung und des Parlamentes. Zugleich ist die Stadt eine Kraj (entspricht den deutschen Kreisen) und eine Statutarstadt (etwa zu vergleichen mit einer kreisfreien Stadt in Deutschland), deren Oberbürgermeisteramt derzeit von Pavel Bém (ODS) besetzt wird.

Verkehrssystem: Prag ist ein europäischer Verkehrsknotenpunkt an dem sich mehrer Autobahnen aus Ost-West- und Nord-Süd-Richtung treffen. Die wichtigsten Bahnhöfe sind Hvlavní Nádraží und Holešovice, von denen Strecken in alle wichtigen Regionen Europas führen. Der Flughafen dagegen besitzt keine herausgehobene Bedeutung im internationalen Flugverkehr.
Das Rückgrat des Prager ÖPNV ist das Metronetz (siehe unten) mit drei Linien. Hinzu kommt ein dichtes Straßenbahnnetz, das vor allem in den Außenbereichen durch Busse ergänzt wird. Zudem gibt es weitere Vorortbahnen, die die normalen Bahngleise nutzen und mit den deutschen S-Bahnen vergleichbar sind.

Altstädter Rathaus mit astronomischer Uhr

Altstädter Rathaus mit astronomischer Uhr

Wichtigste Sehenswürdigkeiten: St.Veits-Dom, Prager Burg, Karlsbrücke, Altstädter Ring, Wenzelplatz, Pulverturm, Petrin Berg, Nationalmuseum

Abriss der Stadtgeschichte: Wie bereits angedeutet, war das Prager Becken bereits in der Ur- und Frühzeit nahezu durchgängig besiedelt. Die Geschichte der heutigen Stadt Prag begann mit dem Bau der Prager Burg im 9. Jahrhundert. Drei Jahrhunderte später waren einige Siedlungen um die Burg (und um eine zweite, die wenig später entstanden war) herum entstanden. Die größte unter Ihnen wurde 1230 von König Wenzel I. befestigt und mit Stadtrechten ausgestattet - Prag war nun Residenzstadt der böhmischen Herrscher.
Wirtschaftlich, kulturell und politisch erblühte Prag in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts als Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches. Ein zweiter Aufschwung folgte im 19. Jahrhundert - viele Museen und Theater der Stadt entstanden in dieser Epoche. Ab 1939 war Prag von Deutschen Reich besetzt, worunter vor allem die jüdische Bevölkerung sehr zu leiden hatte. Der Prager Frühling (1968) war ein bedeutender, friedfertiger Protest gegen den autoritären Kommunismus, der durch Waffengewalt niedergeschlagen wurde. Mit der deutschen Wiedervereinigung und dem Fall des eisernen Vorhangs 1989 rückte Prag ein gutes Stück weiter in die Mitte Europas.

Karlsbrücke über die Moldau

Karlsbrücke über die Moldau

Hradcanské Namesti vor dem Prager Schloss

Hradcanské Namesti vor dem Prager Schloss

Beidseitig der Moldau findet man enge Straßen und Gässchen, die zum erkunden geradezu einladen. Aber auch direkt entlang des Ufers gibt es das ein oder andere Interessante zu entdecken: eine Vielzahl an kleinen Moldauinseln, die zumeist als Parks gestaltet sind, gepflegte, gründerzeitliche Bebauung und immer wieder auch schöne Blicke hinüber zur Kleinseite und der Prager Burg (Hradschin).

Blick über die Moldau auf das Kleinseiter Ufer

Blick über die Moldau auf das Kleinseiter Ufer

Besonders prächtig ist die Bebauung entlang der Masarykovo nábřeží am Ostufer der Moldau, unmittelbar südlich den Nationaltheaters.

Masarykovo nábřeží am Donauufer

Masarykovo nábřeží am Donauufer

Auch vom Kleinseiter Ufer kann man die Bebauung (hier das Nationaltheater im Mittelpunkt) entlang der Masarykovo nábřeží bewundern. Folgt man der Moldau von hieraus nordwärts, ist es nicht weit zur Karlsbrücke, die zu jeder Tages- und Nachtzeit einen Besuch wert ist.

Prächtiger Bau des Nationaltheaters vom Kleinseiter Ufer gesehen

Prächtiger Bau des Nationaltheaters vom Kleinseiter Ufer gesehen

Ebenfalls an der Masarykovo nábřeží, gegenüber der Jiráskův most ist in die gründerzeitlichen Blockstrukturen ein modernes Eckgebäude eingefügt worden. Das tanzende Haus bietet eine ansprechende, etwas "spacige" Architektur, die es allerdings in jedem Fall lohnt sie einmal anzuschauen. Eine moderne Ergänzung historisch gewachsener Strukturen ist auf diese Weise jedenfalls begrüßenswert.

Prächtiger Bau des Nationaltheaters vom Kleinseiter Ufer gesehen

Das tanzende Haus gegenüber der Jiráskův most

Im Hof der Prager Burg, deren Ursprünge schon auf das 9. Jahrhundert zurückgehen, steht der St.Veits-Dom, eine beeindruckende, gotische Kathedrale aus dem 14. Jahrhundert. Auf dem Hradschin Berg gelegen bietet die Burg nicht nur kulturhistorische Höhepunkte, sondern auch einen herrlichen Blick über die Stadt. Der Präsident der Tschechischen Republik residiert in der Prager Burg.

Blick auf den St. Veits Dom

Blick auf den St. Veits Dom

Der Altstädter Ring (Staroměstské náměstí) liegt im Herzen der Prager Altstadt. Der mittelalterliche Platz ist heute von Bebauung aus dem Barock-, Renaissance- und Rokkoko-Stil. Darunter sind noch gotische und romanische Grundmauern zu finden. Um den Altstädter Ring herum finden sich viele Sehenswürdigkeiten der Stadt:

  • Altstädter Rathaus: Errichtet im gotischen Baustil mit Rund- und Spitzbogenfenster und einem Erker, der Teil einer Erkerkapelle ist, die ab 1360 errichtet wurde.
  • Astronomische Uhr: Die Astronomische Uhr, die gegen Ende des 15. Jahrhunderts vollendet wurde, befindet sich an der Südmauer des Altstädter Rathauses.
  • Teynkirche: Der dreischiffige, gotische Bau wurde 1356 begonnen. Die Türme (Adam und Eva) wurden erst im 16. Jahrhundert fertig gestellt und prägen bis heute den Platz.
  • St. Niklas: Diese Kirche wurde erst im 18. Jahrhundert nach Plänen von Dietzenhofer verwirklicht (siehe Foto). Sie ersetze eine dem Feuer zum Opfer gefallene Pfarrkirche.
  • Palais Kinský: Das Palais wurde ebenfalls nach Plänen von Dietzenhofer im 18. Jahrhundert errichtet. Es beherbergt die graphischen Sammlungen der Nationalgalerie.
Blick auf den sich öffnenden Altstädter Ring

Blick auf den sich öffnenden Altstädter Ring

Das Prager Metrosystem ist ein typisches, sowjetisch geprägtes Sekantennetz (mehr zum Sekantennetz), in dem sich drei radiale Trassen an drei Knotenpunkten in der Innenstadt treffen. Folgende Linien verkehren in Prag:

  • A: Dejvická - Depo Hostivař
  • B: Zličín - Černý most
  • C: Letňany - Háje

Aus einer Gesamtlänge von knapp 60 Km werden 57 Stationen angefahren, darunter die wichtigsten Bahnhöfe. Die Metro verkehrt im derzeitigen Ausbauzustand seit 1985, derzeit zwischen 5:00 und etwa 24:00 Uhr. Die Knotenpunkte sind Můstek, Muzeum und Florenc.

Metrostation Muzeum

Metrostation Muzeum

Das Prager Tramnetz mit 26 Linien und unzähligen Verknüpfungspunkten der Linien untereinander sowie mit der Metro dient als Unterstützung und Zubringersystem zu den drei Metrolinien. Eine Straßenbahn verkehrt in Prag bereits seit 1875, zunächst als Pferdebahn, ab 1891 allerdings bereits elektrifiziert. Das Netz besticht heute durch seine Engmaschigkeit, leidet jedoch zum Teil unter einer sehr geringen Reisegeschwindigkeit. Seit einiger Zeit werden auch Niederflurfahrzeuge auf den wichtigsten Strecken eingesetzt. Hauptumsteigepunkt der Straßenbahn ist heute der Karlsplatz (vor Einführung der Metro war es noch der Wenzelplatz, der heute nicht mehr von der Straßenbahn angefahren wird.

Moderne Tram der Linie 9

Moderne Tram der Linie 9

Der Wenzelplatz, Ort des Prager Frühlings und der blutigen Niederschlagung durch die Armee des Warschauer Pakts (siehe auch Abriss der Stadtgeschichte) liegt am Rande der Altstadt. An seinem süd-östlichen Kopfende befindet sich der prächtige Bau des Nationalmuseums. Früher war hier der Hauptumsteigepunkt der Straßenbahn, die hier vollständig aus dem Stadtbild verschwunden ist. Für Touristen ein Hauptanziehungspunkt, zumal sich hier unzählige Hotels und Gastronomiebetriebe finden.

Blick vom Nationalmuseum den Wenzelsplatz hinab

Blick vom Nationalmuseum den Wenzelsplatz hinab

Die goldene Stadt ist auch von oben lohnenswert. Herrlich ist der Blick vom "Prager Eifelturm" auf dem Petrin-Berg. Die Moldau umfließt hier in einem weiten Bogen die Prager Altstadt, überquert von einer Vielzahl an Brücken, darunter die historische Karlsbrücke. Bei Sonnenschein wirkt die Stadt von dort oben in der Tat ein wenig golden.

Blick vom Prager Schloss auf die Skyline

Blick vom Prager Schloss auf die Skyline

Interessante Links:

von Jens Bossen
Stand: 2009

Freunden zeigen: