Navigation: Die Stadtwelten > Cities > Mittel- und Nordeuropa > Bergen

Stadtportrait Bergen (Norwegen)

Einwohnerzahl: ca. 260.800

Fläche: 465 km²

Einwohnerdichte: 560 EW ⁄ km²

Verwaltung: Das Stadtgebiet ist in acht Stadtteile unterteilt, nämlich Arna, Årstad, Åsane, Bergenhus, Fana, Fyllingsdalen, Laksevåg und Ytrebygda.

Lage: Bergen liegt im Süden Norwegens an der Westküste. Das Stadtgebiet wird dabei zwischen dem inneren Byfjord und steilen Erhebungen in einer engen Bucht eingezwängt.

Politik: Bergen ist die zweitgrößte Stadt Norwegens und eine Kommune in der norwegischen Provinz Hordaland sowie deren Verwaltungssitz. Das Großstadtgebiet Bergens hat 378.830 Einwohner.

Verkehrssystem: Über den Schienenweg, der Bergenbahn, ist die Stadt mit der Hauptstadt Oslo verbunden. Mit dem Auto errreicht man Bergen über die E16 oder die Reichsstraße 7. Bergen ist Ausgangspunkt der Postschiffe der Hurtigruten nach Kirkenes. Außerdem verfügt die Stadt einen internationalen Flughafen. Der öffentliche Personennahverkehr erfolgt mit Oberleitungsbussen, Stadtbussen und Vorortzügen. In 2008 hat der Bau einer Stadtbahn begonnen.

Diskurs Pic

Bebauung an der Uferkante des Byfjords

Wichtigste Sehenswürdigkeiten: Hanseviertel Bryggen, Fischmarkt, Aussichtspunkt Fløyen, Marienkirche, Håkonshalle, Festung Bergenhus und Kunstmuseum.

Abriss der Stadtgeschichte: Bergen wurde 1070 von König Olav Kyrre gegründet. Ab dem 12. Jahrhundert ist die Stadt norwegische Krönungsstadt. Später wurde Bergen in dieser Funktion von Trondheim abgelöst.
Da in Bergen 1360 ein wichtiger Hansekontor eröffnet wurde (unten dazu mehr), wird Bergen häufig als Hansestadt bezeichnet. Das stimmt jedoch nicht, denn Bergen war nie ein gleichberechtigtes Mitglied im Handels- und Städtebündnis. Bis 1880 war Bergen der wichtigste Hafen und die größte Stadt Norwegens. Am 16.01.1916 wurde ein großer Teil der Stadt, die noch aus Holzhäusern bestand, durch ein Großfeuer vernichtet.
Im April 1940 wurde Bergen von deutschen Truppen besetzt und später duch alliierte Bomben beschädigt. Bergen besitzt ein einen Seehafen, Werftindustrie, eine Universität mit Schwerpunkt Meeresbiologie und Geologie sowie mehrere Hochschulen.

Diskurs Pic

Blick vom Floyberg hinab

Diskurs Pic

Eine historische Ansicht Bergens aus dem Jahr 1580

Eine bedeutende touristische Attraktion ist das Hafenviertel Bryggen, das komplett aus Holz errichtet und seit 1979 als UNESCO Weltkulturerbe anerkannt ist. Bryggen ist das ehemalige Kontor der Hanse in Bergen, weshalb die Architektur durch ihre Ähnlichkeit zu den norddeutschen Hansestädten vertraut wirkt.

Diskurs Pic

Hölzerne Kontorhäuser im Bergener Bryggen-Viertel

Die Häuser wurden durch Feuer im Lauf der Geschichte mehrmals zerstört. Sie wurden aber jeweils wieder nach den originalen, ursprünglichen Plänen wieder aufgebaut. Und so zeugen Sie noch heute von der bewegten Handelsgeschichte Bergens.
In den schmalen Gängen zwischen den Häusern des bekannten Viertels Bryggen findet man viele kleine Geschäfte und urige Kneipen. Der Schutz als Weltkulturerbe umfasst das gesamte Viertel, das sich vor allem entlang des Fjordes erstreckt.

Diskurs Pic

Weitere Holzhäuser in Bryggen

Direkt neben dem Bryggen stehen schöne Kontorhäuser. Deren Baustil erinnert ebefalls an vergleichbare Kontorhäuser in den norddeutschen Hansestädten. Sie bilden somit ein weiteres Zeugnis der Handelsmetropole Bergen und weisen gleichzeitig auf den starken Bezug Bergens zum Handelsbündnis der Hanse im Mittelalter hin.

Diskurs Pic

Kontorhaus aus dem 19. Jahrhundert

Passend zu der Verwandschaft der Kontorhäusern mit den norddeutschen Hansestäden sind an diesem Gebäude die Wappen von deutschen Hansestädten angebracht.

Diskurs Pic

Abwechslungsreiche Bebebauung in Form von Kontorhäusern

Die Håkonshalle wurde 1247 bis 1261 von König Håkon Håkonson erbaut, diente sowohl als Wohnsitz wie auch zum arbeiten, da sie über Wohn-, Arbeits und Lagerräume verfügt. Heute wird das altehrwürdige Gemäuer vor allem für (klassische) Konzerte und andere festliche Anlässe genutzt.
Die Fassade der Halle weist verschiedene Verzierungen auf, die zu einem großen Teil noch auf das 13. Jahrhundert zurückgehen, allerdings in anderen Epochen ergänzt wurden. Bei einer Explosion im Hafen von Bergen wurde die Håkonshalle 1944 beschädigt, in den nachfolgenden Jahren jedoch behutsam wieder instandgesetzt.

Diskurs Pic

Die Håkonshalle besitzt einen gotischen Treppengiebel

Diskurs Pic

An der Fassade der Håkonshalle finden sich Verzierungen aus mehreren Epochen

Die romanische Basilika ist das ältestes aus Naturstein gebaute Gebäude der Stadt. Bereits in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstand die Marienkirche, die früher auch Deutsche Kirche genannt wurde. Dies lag vor allem daran, dass als Vorbild für das romanische Kirchenbauwerk der Dom von Speyer diente.
Ein weiterer Grund für ihrern ehemaligen Namen ist ihre Lage und ihre Nutzung von 1408 - 1766 ausschließlich durch Kaufleute der Hanse, die den Kontor Bryggen anfuhren. Die Kaufleute kamen insbesondere aus Hamburg, Rostock, Stralsund, Wismar und Bremen sowie später aus Lübeck

Diskurs Pic

Die stolze Marienkirche

Die im Januar 1918 in Betrieb genommene Standseilbahn ist 850m lang. Es handelt sich um die einzige Standseilbahn in ganz Norwegen. Ihr Bau dauerte von 1914 bis 1918.

Diskurs Pic

Haltestelle der Fløibanen auf dem Bergener Hausberg Fløyen

Vor allem seitdem die Bahn im Jahr 2002 vollständig modernisiert wurde (inklusive Gleise und Fahrzeuge), ist die Fløybanen zu einer beliebten Touristenattraktion geworden. Denn aus den modernen gläsernen Wagen hat einen wundervollen Panoramablick über die Stadt.

Diskurs Pic

Verlauf der Fløibanen

Der Hausberg von Bergen (nämlich der mit der Fløibanen erreichbare Fløyen) ist ein beliebtes Ausflugsziel. Die Aussichtsterasse liegt 399 m über dem Stadtzentrum. Der Berghang ist zum Teil mit villenartigen Wohn- und Geschäftshäusern bebaut.

Diskurs Pic

Die bunten Häuser vor malerischer Bergkulisse

Das Stadtbild Bergens wird durch den Byfjord, der sich teilweise weit in die Stadt hineinzieht, geprägt. Insbesondere charakteristisch für das Stadtgebiet ist die verdichtete Bebauung in Bezug zum Wasser. Grund hierfür ist die Geschichte als Handelsmetropole und größter Hafen Norwegens. Im Bryggen-Viertel sind die ursprünglichen Bebauungsprofile noch so gut erhalten, dass sie unter UNESCO-Schutz gestellt wurden und somit eine absolute städtebauliche Besonderheit darstellen. Das ganze Tal, in dem die Stadt sich erstreckt, überblickt man vom Bergener Hausberg Fløyen, wie das Foto rechts zeigt..

Diskurs Pic

Ein weiterer Panorama-Blick auf die Innenstadt

Der Fischmarkt Bergens liegt direkt am Hafen und ist jeden Tag geöffnet. Unweit des Fischmarktes findet man auch die Talstation der Fløibanen.

Diskurs Pic

Der Bergener Fischmarkt

Der Fischmarkt ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Neben verschiedenem Fisch werden hier auch sonstige Meerestiere und -früchte aller Art angeboten. Die Qualität ist sehr frisch und sehr gut, aber: norwegische Preise haben es, wie auch das Angebot, in sich.

Diskurs Pic

Angebot auf dem Fischmarkt

Interessante Links:

von Beate Walter
Stand: 2011

Freunden zeigen: